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Chronik

Ein paar Bemerkungen zur Geschichte der Teupitzer Schule

 

 

 

früher.jpg

 

Damals 1909 / 1910

 

 

heute.JPG

 

Heute 2010 zum Vergleich

 

 

 

Teupitz hat eine mehr als 450jährige öffentliche Schultradition.

 

Im Ergebnis des Anstaltsbaus stand 1908 für die Stadtverordneten eines der dringendsten Probleme: die Schulfrage. Teupitz hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine mehr als 350-jährige öffentliche Schultradition. Aus dem Jahr 1654 ist mit Johann Stahl erstmals ausdrücklich der Name eines Lehrers (Schulmeisters) überliefert. Da die Lehrer zugleich Kantoren der Kirchengemeinde waren, ist der Beginn des Schulbetriebes in Teupitz jedoch wesentlich früher - mindestens seit Einführung der Reformation, Mitte der 40er Jahre des 16. Jahrhunderts - anzusetzen. Ab 1702 wurde in einem eigenen Haus, in der Wohnung des Kantors unterrichtet. Dieses erste Teupitzer Schulgebäude existierte, bei zunehmender Verschlechterung seines Bauzustandes bis 1779. Acht Jahre später wurde ein neues Kantoratsgebäude (in der heutigen Kirchstraße) errichtet, das offenbar weder als Wohnung für den Kantor noch als Schulhaus besonders gut geeignet war. Die letzte größere bauliche Veränderung fand 1892 statt. Der Unterricht wurde seit 1871 in drei Klassen durch den Kantor und einen zweiten Lehrer erteilt, eine Schulklasse wurde - wegen Platzmangels - im Rathaus eingerichtet.

 

Nachdem die Schülerzahl 1867 einen Höchststand von 132 erreicht hatte, sank sie bis 1902 auf 92, weshalb beabsichtigt wurde, wieder eine einklassige Volksschule einzuführen. Dieses Vorhaben erledigte sich durch den Bau der Landesirrenanstalt, da die schulpflichtigen Kinder der Anstaltsmitarbeiter nunmehr für stabile Schülerzahlen von mehr als 100 sorgten. Die Raumsituation für die Schule war jedoch nach wie vor völlig unzureichend. Deshalb beschäftigte sich die neue Stadtverordnetenversammlung von Teupitz schon acht Tage nach ihrer Konstituierung mit dieser Frage. Die Bedeutung des Themas, das als einziges auf der Tagesordnung stand, wurde durch die Anwesenheit von Vertretern der Regierung Potsdam und des Landrats unterstrichen. Geheimrat Krüger von der Regierung legte eine Entwurfsskizze für ein neues Schulhaus vor.

 

Es sollte vier Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen sowie eine Schuldienerwohnung enthalten - eine deutliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Zustand. Die Stadtverordneten beschlossen, im Sinne dieser Vorlage.

 

Die Kosten wurden auf 64500 Mark veranschlagt (59300 für das Schul- und Wohnhaus, 2500 Mark für ein Toiletten- und Stallgebäude). Von Seiten des Staates wurden 17239,21 Mark als Beihilfe gewährt, das entsprach etwa einem Viertel der am Ende tatsächlich entstandenen Kosten in Höhe von 67692,24 Mark.

 

Nach knapp einjähriger Bauzeit wurde die neue Schule in Teupitz am

23. Mai 1910 feierlich eröffnet.

 

Im Jahre 2010 wird also das 100. Jubiläum der Einweihung des Bestandes des derzeitigen Schulgebäudes begangen. Die Fortsetzung dieser langen historischen Kontinuität war Anfang der 90iger Jahre des letzten Jahrhunderts aufgrund der sinkenden Schülerzahlen gefährdet. Dank des Konzeptes vorerst als „Kleine Grundschule" bestehen zu bleiben und der massiven Anstrengung der Kommune konnte diese Frage positiv entschieden werden. Da klar war, dass die Bevölkerungszahlen zunehmen würden, haben sich die Stadtverordneten zu enormen Investitionen entschlossen:

  • 1993 - Sanierung des historischen Schulgebäudes

  • 1998 - Bau der neuen Turnhalle

  • 2000 - Kleinsportanlage

  • 2007/08 - Anbau der Schule

Letzteres war der Schulentwicklungsplanung des Kreises geschuldet. Sie besagt, dass die Grundschule für Teupitz, Schwerin und Groß Köris hier festgeschrieben wird und die Gesamt- bzw. später Oberschule für das Amt Schenkenländchen in Groß Köris.

 

Ein guter und fairer Plan!

 

Quelle: Krause, Heinrich (Herausgeber); Kuhl, Karsten (Herausgeber)

 

Teupitz - Eine märkische Stadt im Wandel der Zeiten (Gebundene Ausgabe)


Reihe: be.bra wissenschaft

Bebra Verlag, August 2007

 

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Diese historischen Ansichten vom Markt, der Schule und der Poststraße entstammen einer Postkarte aus dem Jahre 1941, auch die Schule ist darauf abgebildet:

 

Bild oben

 

 

Bild mitte

 

 

 

 

 

Habe ich ins Herz geschlossen                 

Städtchen Teupitz klein und sauber,

Werde nimmermehr vergessen

Deiner Reise milden Zauber.

Fontane

 

 

 

 

 

 

 

Bild unten